Herkulesaufgabe 3.5/5 (2)

Herkules war der griechischen Sage nach ein Halbgott mit übermenschlicher Stärke. Sein griechischer Name lautet Herakles. Von Hera in den Wahnsinn gestürzt, erschlägt er seine Frau Megara und seine drei Kinder.

Herkulesaufgabe als Sühne

Nachdem der Wahnsinn von ihm abgefallen ist, bereut er die Tat und befragt das Orakel von Delphi, wie er die schrecklichen Morde sühnen kann. Zwölf Jahre soll er Eurystheus dienen und alles tun, was dieser ihm aufträgt. In diesen zwölf Jahren erledigt Herkules zwölf Aufgaben, die als die zwölf Taten oder Arbeiten des Herkules sprichwörtlich geworden sind.

Das unmöglich Scheinende vollbringen – eine Herkulesaufgabe

Die Aufgabe, den Augiasstall auszumisten, hat sich bis heute als Redensart erhalten. Der Augiasstall gilt als Sinnbild für grenzenlose Korruption und Verkommenheit, denen ein Ende bereitet werden muss. 3000 Rinder befanden sich der Sage nach im Stall, der seit 30 Jahren nicht mehr ausgemistet worden war. Diesen Stall soll Herkules in einem Tag säubern, eine scheinbar unerfüllbare Aufgabe. Nicht für Herkules. Wie die anderen Aufgaben auch, erledigt er das Ausmisten in der gesetzten Frist. Es gibt keine erdenkliche Arbeit, die Herkules nicht erledigen könnte. Diese Botschaft bildet den eigentlichen Kern der Herkulesaufgaben.

Sisyphos, das Gegenmodell zu Herkules

„Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ So lauten die letzten Worte des Essays „Der Mythos von Sisyphos“ des französischen Schriftstellers Albert Camus. Sisyphos ist von den Göttern verdammt, „unablässig einen Felsblock einen Berg hinaufzuwälzen, von dessen Gipfel der Stein von selbst wieder hinunterrollte.“ (Camus) Ein sinnloses Unterfangen, sollte man meinen. Während Herkules als Halbgott alles gelingt, ist der Mensch Sisyphos verdammt, sein Leben zu verbringen, ohne sein Ziel zu erreichen. Warum nennt Camus ihn dennoch einen glücklichen Menschen? Weil Sisyphos das Los des Menschen annimmt, anstatt sich ihm zu widersetzen.

Die Herkulesaufgabe – ein Appell für unkonventionelle Lösungen

Herkules ist nicht nur stark, sondern auch clever. Wer heute davon spricht, eine Herkulesaufgabe vor sich zu haben, die er dennoch lösen kann, attestiert sich selbst nicht übermenschliche Kraft, sondern überdurchschnittliches taktisches Geschick. Den Augiasstall reinigt Herkules nicht mit der Mistgabel, sondern indem er die Flüsse Alpheios und Peneios in einem Kanal zusammenführt, die Seitenwand des Stalles aufreißt und das Wasser der beiden Flüsse durch die verdreckten Ställe rauschen lässt.

Intelligenz wichtiger als rohe Gewalt

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, beweist, wer eine Herkulesaufgabe erledigt, seine überdurchschnittliche Intelligenz eher als nur seine schiere Macht oder Gewalt. Denn, so das Fazit, manches sieht eben nur so aus, als sei es nicht zu bewältigen. Archimedes wusste, ein Hebel muss nur lang genug sein, um die Erde mit einer Hand aus den Angeln heben zu können.

Herkules Statue

© Martina Berg / Fotolia

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